Ein positiver Befund im Laborbericht löst bei vielen Eigentümern und Vermietern erst einmal Unsicherheit aus. Legionellen im Trinkwasser sind unsichtbar, geruchlos und geschmacklos, im Ernstfall aber gesundheitsgefährlich, weil sie über zerstäubtes Wasser in die Lunge gelangen können. Die entscheidende Frage lautet dann: Legionellen im Trinkwasser, was tun? Dieser Ratgeber erklärt sachlich, wie die Bakterien überhaupt entstehen, was der Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 Milliliter bedeutet, welche Temperaturen sie wirksam verhindern und wie eine Sanierung Schritt für Schritt abläuft. Ohne Panikmache, aber mit klaren Handlungsschritten von einem Fachbetrieb, der Trinkwasserinstallationen in Freiburg und im Breisgau plant, saniert und im Notfall instand setzt.
Wie entstehen Legionellen im Trinkwasser?
Legionellen sind natürliche Bestandteile von Süßwasser und kommen in geringer Zahl praktisch überall vor. Zum Problem werden sie erst, wenn sie sich in der Hausinstallation stark vermehren. Dafür brauchen sie drei Dinge: die richtige Temperatur, stehendes Wasser und Nährstoffe wie Ablagerungen oder Biofilme an den Rohrinnenwänden.
Der wichtigste Faktor ist die Temperatur. Im Bereich zwischen etwa 25 und 50 Grad Celsius finden Legionellen ideale Wachstumsbedingungen, das Optimum liegt um 35 Grad. Genau in diesem lauwarmen Fenster bewegt sich Warmwasser, das zu niedrig eingestellt ist, ebenso wie Kaltwasser, das sich in ungedämmten Leitungen aufheizt.
Der zweite Treiber ist Stagnation. Wo Wasser tagelang in der Leitung steht, kühlt es ab oder erwärmt sich auf kritische Werte und bildet einen Nährboden. Typische Auslöser im Wohnhaus sind:
- Selten genutzte Entnahmestellen wie das Gäste-WC oder die Waschküche.
- Totleitungen, also stillgelegte Rohrabschnitte, die nicht zurückgebaut wurden.
- Leerstand und längere Abwesenheit, etwa nach dem Urlaub, wenn wochenlang kein Wasser fließt.
- Überdimensionierte Speicher, in denen sich das Wasser zu langsam austauscht.
Wer eine Wohnung oder ein Haus nach längerer Abwesenheit wieder bezieht, sollte das Wasser daher gründlich spülen. Wie das richtig geht, beschreibt der Beitrag zum Trinkwasser nach Urlaub und Leerstand. Schon kleine Routinen senken das Risiko deutlich.
Der Maßnahmenwert von 100 KBE/100 ml
Ob ein Befund kritisch ist, entscheidet ein klar definierter Grenzwert. Die Trinkwasserverordnung legt für Legionellen einen technischen Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 Milliliter fest. KBE steht für "koloniebildende Einheiten" und beschreibt die Zahl vermehrungsfähiger Bakterien in der Wasserprobe.
Wichtig ist das Wort Maßnahmenwert, denn es ist kein Grenzwert wie bei einem Schadstoff, ab dem das Wasser sofort ungenießbar wäre. Er markiert vielmehr die Schwelle, ab der gehandelt werden muss: Wird er überschritten, ist der Betreiber verpflichtet, die Ursache zu ermitteln und zu beseitigen. Je nach Höhe der Überschreitung gelten unterschiedliche Dringlichkeitsstufen.
| Befund (KBE/100 ml) | Einordnung | Typische Folge |
|---|---|---|
| unter 100 | unauffällig | kein Handlungsbedarf, turnusmäßige Prüfung |
| ab 100 | Maßnahmenwert überschritten | Gefährdungsanalyse und Sanierung erforderlich |
| deutlich über 100 | hohe Kontamination | kurzfristige Maßnahmen, ggf. Duschverbot, Meldung |
Bei einer Überschreitung ist der Befund dem Gesundheitsamt zu melden, und es muss eine Legionellen Gefährdungsanalyse durch einen qualifizierten Fachbetrieb erfolgen. Diese deckt auf, wo im System die Vermehrung begünstigt wird. Welche Pflichten in welchem Intervall für Vermieter gelten und wer die Probenahme veranlassen muss, ordnet der Beitrag zur Legionellenprüfung für Vermieter im Detail ein. Den übergeordneten rechtlichen Rahmen behandelt der Überblick zur Trinkwasserverordnung 2026.
Temperaturregeln nach DVGW W 551
Der wirksamste Schutz gegen Legionellen ist die richtige Temperatur. Das technische Regelwerk DVGW W 551 definiert hierfür klare Vorgaben, die in jeder Trinkwasserinstallation eingehalten werden sollten. Sie sind der zentrale Hebel, weil Legionellen oberhalb von 55 Grad absterben und sich unterhalb von 25 Grad kaum vermehren.
Speicher mindestens 60 °C, Zirkulation 55 °C, Kaltwasser unter 25 °C
Drei Werte sollten sich Eigentümer und Vermieter merken, denn sie bilden den Kern der Vorbeugung:
- Warmwasserspeicher dauerhaft mindestens 60 °C: Am Austritt des Trinkwassererwärmers soll das Wasser konstant 60 Grad erreichen. Diese Temperatur tötet Legionellen zuverlässig ab und hält den Speicher hygienisch.
- Zirkulation mindestens 55 °C: In Systemen mit Zirkulationsleitung darf die Temperatur an keiner Stelle des Warmwasserkreises unter 55 Grad fallen, auch nicht am entferntesten Punkt. Ein Absinken um mehr als 5 Kelvin gegenüber dem Speicheraustritt gilt als kritisch.
- Kaltwasser unter 25 °C: Kaltes Trinkwasser muss kühl bleiben. Werden 25 Grad überschritten, etwa durch ungedämmte Leitungen neben Warmwasser- oder Heizungsrohren, beginnt der kritische Wachstumsbereich.
Damit diese Warmwasser-Temperatur gegen Legionellen überall ankommt, müssen Speicher und Regelung korrekt eingestellt, Zirkulationspumpen richtig dimensioniert und Leitungen sauber gedämmt sein. Wer aus Sparsamkeit den Speicher auf 45 oder 50 Grad herunterregelt, senkt zwar geringfügig den Energieverbrauch, riskiert dafür aber ein Hygieneproblem. Die Temperaturabsenkung am falschen Punkt ist eine der häufigsten Ursachen für positive Befunde. Eine durchdachte Dämmung und hydraulische Auslegung sorgt dafür, dass sich die hygienisch nötige Temperatur und ein effizienter Betrieb nicht ausschließen.
Sanierung Schritt für Schritt
Ist der Maßnahmenwert überschritten, folgt ein strukturiertes Vorgehen. Eine seriöse Legionellen-Sanierung behebt nicht nur den akuten Befund, sondern die eigentliche Ursache, damit das Problem nicht nach Monaten zurückkehrt. So läuft eine fachgerechte Sanierung typischerweise ab:
- Befund bestätigen und melden: Der positive Laborwert wird geprüft und dem Gesundheitsamt gemeldet. Bei hoher Kontamination werden sofort Schutzmaßnahmen wie ein vorübergehendes Duschverbot ausgesprochen.
- Gefährdungsanalyse: Ein Fachbetrieb untersucht die gesamte Installation auf Schwachstellen, also zu niedrige Temperaturen, Totleitungen, Stagnationsbereiche, Ablagerungen und Fehler an Speicher oder Zirkulation.
- Sofortmaßnahme zur Keimreduktion: Häufig wird eine thermische Desinfektion durchgeführt. Dabei wird das gesamte Warmwassersystem für eine definierte Zeit auf über 70 Grad aufgeheizt und jede Entnahmestelle gespült. Alternativ kommt je nach Lage eine chemische Desinfektion infrage.
- Ursachenbeseitigung: Hier liegt der eigentliche Kern. Totleitungen werden zurückgebaut, die Speicher- und Zirkulationstemperatur korrekt eingestellt, defekte Bauteile getauscht und die Dämmung ertüchtigt. Bei stark verkalkten oder korrodierten Rohren kann ein teilweiser oder vollständiger Austausch der Leitungen nötig sein.
- Nachbeprobung: Nach der Sanierung wird erneut beprobt, um den Erfolg nachzuweisen. Erst wenn der Maßnahmenwert wieder sicher unterschritten ist, gilt die Sanierung als abgeschlossen.
Der entscheidende Punkt ist die Ursachenbeseitigung. Eine thermische Desinfektion allein wirkt nur kurzfristig, wenn die strukturellen Mängel bleiben. Wo alte, verkalkte Rohre die Vermehrung dauerhaft begünstigen, lohnt der Blick auf eine grundlegende Erneuerung, wie sie der Ratgeber zu Wasserleitungen im Altbau erneuern beschreibt. So lässt sich die Sanitärinstallation in einem Zug hygienisch und zukunftssicher aufstellen, aus einer Hand und mit Präzision von der Analyse bis zur Nachbeprobung.
Schnelle Hilfe im Notfall mit 24h-Rückmeldung
Manche Situationen dulden keinen Aufschub. Ein stark überschrittener Wert mit ausgesprochenem Duschverbot, ein akuter Verdacht in einem vermieteten Mehrfamilienhaus oder ein Befund unmittelbar vor der Wiedervermietung erfordern schnelles, koordiniertes Handeln. In solchen Fällen kommt es darauf an, dass jemand zügig die Lage beurteilt und die nötigen Schritte einleitet.
Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen und stimmen das weitere Vorgehen ab, von der Sofortmaßnahme über die Gefährdungsanalyse bis zur Sanierung. Geht es um einen akuten Wasserschaden, einen Rohrbruch oder eine andere dringende Störung an der Trinkwasserinstallation, ist unser Sanitär-Notdienst in Freiburg für Sie da. So bleibt Ihre Anlage technisch und hygienisch auf der sicheren Seite, in Freiburg, Ebringen und der Region.
FAQ zu Legionellen
Was muss ich tun, wenn der Legionellen-Maßnahmenwert überschritten ist?
Wird der Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 Milliliter überschritten, sind Sie als Betreiber verpflichtet zu handeln. Der Befund ist dem Gesundheitsamt zu melden, und ein qualifizierter Fachbetrieb muss eine Gefährdungsanalyse durchführen, um die Ursache zu finden und zu beseitigen. Je nach Höhe der Überschreitung können kurzfristige Schutzmaßnahmen wie ein Duschverbot nötig sein.
Welche Wassertemperaturen verhindern Legionellen?
Maßgeblich sind die Vorgaben nach DVGW W 551: Der Warmwasserspeicher sollte dauerhaft mindestens 60 Grad erreichen, die Zirkulation an jeder Stelle mindestens 55 Grad halten, und das Kaltwasser sollte unter 25 Grad bleiben. Oberhalb von 55 Grad sterben Legionellen ab, unterhalb von 25 Grad vermehren sie sich kaum. Eine zu starke Absenkung der Speichertemperatur ist eine häufige Ursache für positive Befunde.
Wie läuft eine Legionellensanierung ab?
Zunächst wird der Befund bestätigt und gemeldet, dann analysiert ein Fachbetrieb die Installation auf Schwachstellen. Es folgen eine Sofortmaßnahme zur Keimreduktion, etwa eine thermische Desinfektion über 70 Grad, sowie die eigentliche Ursachenbeseitigung mit Rückbau von Totleitungen, korrekter Temperatureinstellung und gegebenenfalls Leitungsaustausch. Eine abschließende Nachbeprobung weist den Erfolg nach.
Wie gefährlich sind Legionellen im Trinkwasser?
Über das Trinken werden Legionellen in der Regel nicht gefährlich. Kritisch ist das Einatmen feiner Wassertröpfchen, etwa beim Duschen, denn dann können die Bakterien die Lunge erreichen und die Legionärskrankheit, eine schwere Lungenentzündung, auslösen. Besonders gefährdet sind ältere und immungeschwächte Menschen, weshalb die Einhaltung der Temperatur- und Hygieneregeln so wichtig ist.
Wie schnell bekomme ich im Notfall Hilfe?
Bei einem akuten Befund oder einer dringenden Störung an der Trinkwasserinstallation melden wir uns innerhalb von 24 Stunden bei Ihnen und stimmen die nächsten Schritte ab. Für Rohrbruch, Wasserschaden oder andere Notfälle steht unser Sanitär-Notdienst für Freiburg und Umland bereit, damit aus einem Hygieneproblem kein größerer Schaden wird.